Sonntag, November 11, 2007

virtuelle bonbons

lieber andreas,

puh, da bin ich aber froh, dass dir ehre auszeichnung genug ist.

stina lies schon durchblicken garnicht glücklich damit zu sein, über den preis verhandeln zu "sollen".

nun aber doch ein bonbon für alle

ein exempel angewandter sprachgestaltung.

viel vergnügen.


video

Freitag, November 09, 2007

andreas hat gewonnen!

herzlichen glückwunsch, die antwort ist brunn am gebirge.

dort hat herr steiner etwa 1 jahr gelebt und die einleitung in goethes naturwiss. schriften band 2 1887 verfasst.

nun, war wohl doch nicht so schwer.

hier noch eine hofansicht











und der blick auf den eingang zum hof.

die fotos sind von joachim eckl.

die andere stina lässt mit sich über einen preis zum ausschreiben verhandeln.

nochmals glückwünsche und beste grüße an euch alle

stina

Dienstag, November 06, 2007

ein herbst - … winterrätsel!!

wo genau befindet sich stina??

ja, liebe leute, dass ist schwierig sogar für echte steinerianer!

wir verhandeln mit dem gewinner über den preis.

beste grüße stina

p.s. klick auf das bild und es wird GROOOOSSSS!!

Sonntag, Oktober 29, 2006

Herbst-Stimmungen

auf besonderern wunsch, besser hab ich es nicht hinbekommen, ich bin ja nicht michael eggert ; -)



Ruth war heute im Wald spazieren: sie hat die Bäume angeschaut, einige Blätter gesammelt, sie fotografiert und ich möchte ein Gedicht von Rudolf Steiner, das ich kürzlich in GA 281 las, hinzufügen:

Herbst

Der Erdenleib,
Der Geist-ersehnende,
Er lebt im Welken.

Die Samengeister,
Die Stoffgedrängten,
Erkraften sich.

Und Wärmefrüchte
Aus Raumesweiten
Durchkraften Erdensein.

Und Erdensinne,
Die Tiefenseher,
Sie schauen Künft'ges
Im Formenschaffen.

Die Raumesgeister,
Die ewig-atmenden,
Sie blicken ruhevoll
Ins Erdenweben.

Sonntag, Oktober 22, 2006

exerzitien am sonntag oder mozart sezieren




klassische musik, sogenannte e-musik hören, gehört nun überhaupt nicht zu den beschäftigungen denen ich meine zeit widmen würde, klar, als kind des chanchengleichheits jahrzehts den 70ern, wie auch. nun ergab es sich gestern abend, das ich mir ein philharmonisches konzert anhören ging, sehr ermuntert dazu von philippe, meinem gatten, der seit etwa 12 jahren darunter leidet, dass ich auf dem musikalischen ohr eben seiner meinung nach taub wäre. dass ich musik _sehe_ hat er noch nicht recht verstanden, aber das ist ein anderes thema. es wurde die c-moll messe von mozart gespielt, in der vollbesetzten liebfrauenkirche hier bei uns in duisburg. es war herrlich. ich genoss die musik, die eben life gespielt wurde, was sowieso immer ein genuss ist. es war das 2. oder 3. klassische konzert meines gesamten lebens, so, nun ist´s raus und das erste das mich aufgestellt hat. ich fuhr mit dem fahrrad nach hause und war noch ganz umgeben von dem "klangkörper" mozart und innerlicherseits tönten einzelne figuren und phrasen nach, erzeugten resonanz auf meinen stimmbändern kurz, trällernd radelte ich vor mich hin. daheim angekommen traf ich "zufällig" phil, der gerade auf dem weg in sein musikatelier war um noch ein wenig zu üben. "und - wie war`s" frug er mich. "herrlich" entgegnete ich ihm. einigermassen erstaunt fragte er nach: "ah ja, die c-moll - wie geht die schon wieder" und angestengtes nachdenken war auf seinem gesicht zu lesen. ich sang ihm ein stück und der ausdruck von glückseligkeit trat auf seine mine. ich, seine frau, erinnerte mozart und zudem noch richtig intoniert. unser glück war für einen augenblick lang vollkommen.

heute morgen dann holte ich aus der schatzkammer seiner schallplattensammlung mozarts jupiter-symphonie hervor, berliner symphoniker dirigiert von karajan, die gab es dann, sehr zu seinem verwundern zum frühstück. wir hörten alle vier (eigentlich nur drei) sätze, aber keineswegs schweigend. phil erläuterte mir die sonatensatzform, wies auf die fehlende wiederholung der exposition hin, deutete auf das erste seitenthema, erläuterte die durchführung usw. usf. vor allem lauschte ich phil, der musik weniger. phil erötere mir, dass karajan eine schlaftablette sei, viel zu langsam wäre und die wiederholung der exposition wahrscheinlich deshalb weglies, weil bei karajans tempo "jupiter" nicht auf eine schallplattenseite passte. ganz in seinem element, mit mir als aufmerksame zuhörerin, bedeutete er mir geduldig zu bleiben, verschwand in seiner schatzkammer und holte noch zweimal "jupiter" hervor. wir hörten wieder vier sätze ( diesmal tatsächlich), jetzt karl böhm mit den berlinern, welch unterschied zu karajan! den ich zwischen den erläuterungen von phil vernehmen konnte. da war sie, die wiederholung im 1. satz, ich hatte gelernt wir reden von der exposition, 3. satz die durchführung, phil sprach über die zeitgenossenschaft und das gegenspielertum von böhm und karajan, die reprise noch, neuerlicher hinweis auf böhms kraftvollen duktus, wiederholung der sonatensatz form und schweigend hörten wir gemeinsam den letzen ton von "jupiter" verklingen. nächste schallplatte. bruno walter dirigiert mozarts jupi mit den chicagoer symphonikern. stille - nur klang - ohne unterbruch der 1.satz. liebe leute, wer ist böhm, wer karajan verglichen mit walter - reinster schlendrian! jetzt sah ich sie wieder die musik und phil erklärte mir, das bruno walter, geboren 1873, noch von der alten schule wäre. hervorragende detailausarbeitung, vollkommene durchdringung jedes tones und damit die formvollendete herausarbeitung des musikalischen inhalts. wir sprachen noch lange über die dirigenten, die zeit in der sie lebten, die schulen die sie besuchten, ihre verschiedenheiten - nur über mozart sprachen wir nicht, mit keinem wort, über seine musik auch nicht.

es gibt offenbar zwei weisen musik zu hören. die eine ist eine analytische, die die musikalischen formen untersucht und im besten fall mit einer gewissen kontextsensibilität die formalen erscheinungen der musik zu unterscheiden und einzuordnen weiß. die andere wäre die, die musik in ihrer eigentliche erscheinung wahrzunehmen, sie seelisch aufzunehmen, die farben und formen als solche wahrzunehmen, zu benennen und zu unterscheiden und ihnen einen bedeutungszusammenhang zu geben unabhängig von der musikwissenschaftlichen sprachebene. zum einen denke ich, dass die erste herangehensweise eine ist, die der naturwissenschaftlichen sezierenden methode nahekommt und einem männlich erfassendem geist näherliegt als die zweite herangehensweise, die ich eher einem weiblichen erfassungsvermögen zuordnen würde. zum anderen, wenn beide herangehensweisen eine ehe eingehen, kann man finden, dass der männliche part darin besteht die äussere form transparent zu machen, um zwar den inhalt zu erfassen, der aber im innern der form im verborgen bleibt. der weibliche part hingegen ist eher der, den inhalt eben innerlicherseits zu erfassen kann ohne seiner äusseren form den vorzug zu geben. als ehepaar ergänzen sich im besten fall beide betrachtungsweise. das seelisch geistige und die äussere erscheinungsform sind die berühmten zwei seiten ein und derselben sache. so verstehe ich im übrigen auch rudolf steiners bemühungen für die gegenwart, es geht ihm auch um die verbindung von naturwissenschaftlicher exaktheit der verallgemeinernden beschreibenden methode der erscheinung und dem ihm innewohnenden geistig seelischem impuls der wahrscheinlich erstmal nur individuell zu erfassen ist. rudolf steiner regt die ausbildung beider fähigkeiten ganz gleichgewichtet an. er fordert dazu auf, das eine und das andere zu vermählen um durch diese verbindung die getrennten - das eine oder das andere, mann oder frau, innerlich oder äusserlich, naturwissenschaftlich oder spinnert - zu versöhnen und einen neuen ausblick zu schaffen.

soviel von meinem diesem sonntag

Freitag, September 29, 2006

der sechste tag



zeitgenössische musik
und eurythmie
zu einer wandtafelzeichnung
von rudolf steiner

text /eurythmie
vera koppehel
komposition/klavier
jürgen schmitt
sprache/gesang
ingrun mandl


...so schlicht steht es im programm, aber das was geboten wurde verhält sich zur ankündigung ungefähr so wie die weltkugel zu einer erbse, der reihe nach:

den weg nach alfter, zur alanus-hochschule auf mich zu nehmen, hatte mich einige überwindung gekostet. glücklicherweise kam mir die freundliche weltenlenkung enorm entgegen und beseitigete jede unbequemlichkeit für mich, so dass ich jetzt euch berichten kann was ich erlebte.

ich habe inzwischen drei kategorien von eurythmischen darbietungen genossen. die erste sind die entzückenden ergebnisse von waldorfschülern, die sie während ihrer schulzeit erarbeitet und den staunenden eltern auf monatsfeiern zum beispiel eurythmisch präsentieren. dabei kann man vielleicht erkennen, wie großartig es ist, dass die kinder ein fach wie bewegungskunst haben und sehen wie nützlich ein sensibilisiertes körperbewusstsein für die haltung sein kann, die junge erwachsene in der welt einnehmen können.

die zweite kategorie sind jene wunderbaren abendveranstaltungen, die nach einem harten, von anthroposophischer geistesarbeit und anderen arbeiten geprägten alltag, zur erbauung werden. es sind die darbietungen von professionellen eurythmisten, wie dem goetheanum oder dem else-kling ensemble, deren interpretationen von mozart, schnittke oder pärt, ganz anders als im klassischen ballett oder musiktheater, eben jene verbindungen zwischen den kraftströmen von text, musik und der weltbewegung sichtbar zu machen vermögen. ihnen gelingt es, ihr publikum innerlich reich zu entlassen und aufgestellt den kommenden tag mit seinen aufgaben erwarten zu können.

die dritte kategorie eröffnete nun vera koppehel für mich. sie verwandelte in ihrem "der sechsten tag" eine eurythmiedarbietung in eine durch und durch zeitgenössische performance. "das 50 minütige programm bewegt die gedanken - das die evolution der erde im feuer, in der wärme begann und sich durch die prozesse von luft und wasser bis hin zur materie verdichtete. ... kosmische erinnerungen an das geheimniss der herkunft …" war im programm weiter zu lesen. ich habe mich gefragt wie sie das tanzen will?

ihr gelang es, indem sie in vollster gewissheit ihr selbst-sein in beziehung zu der quelle aus der sie schöpft setzte und zum ausdruck brachte. sie interpretierte nicht im üblichen sinne, sie sprach nicht einfach nach, was sie an der quelle, den nachlässen rudolf steiners fand, sondern sie gebar, ganz so wie mütter ein neues leben durch ihre eigenen körper hindurch lassen zur welt, die quelle ins leben hinein. die äussere künsterlische umsetzung dieses welten-entstehungsprozesses, die inspiriert wurde von den ga-bänden 132 und 122, fusste auf schnörkellosen und punktgenauen einsatz der verschiedenen bühnen- und ausdrucksmittel: der eurythmie, der musik, der sprache und dem licht. vera koppehel arbeitete eng mit dem komponisten jürgen schmitt zusammen, der nach ihren angaben die alten planeten musikalisch interpretierte. die komposition moderierte eigenständig den abend, hielt die einzelnen gedanken für den zuschauer zusammen, zeigte gedankenbewegungen auf, durch zuordnung, differenz und wiederholung einzelner musikalischer motive. auf der bühne geschah wahrscheinlich genausooft nichts wie etwas, das heisst es gab einen gleichgewichteten rhythmus zwischen bewegung und stillstand, sprache und stille, immanenz und transzendenz.

das programm war in drei einander umgreifender facetten geteilt. die erste bezieht sich auf eine wandtafel rudolf steiners vom 30.6.1924, auf der die planeten saturn, sonne, mond und erde von den entwicklungsstufen der schöpfung künden und trägt den titel "weltentag". die zweite, "weltennacht", ist wie ein zwischenspiel, der ort der eigentlichen transformation im "nichts" heisst bei vera "tao". der dritte teil "genesis" und bezieht sich auf das erste buch moses. hier verbindet vera koppehel den biblischen schöpfungsmythos mit den planetaren entwicklungsstufen aus dem ersten teil des abends, getragen von der komposition, den lichtstimmungen und der eurythmie.

mit emphatie vollzog ich die gewaltigen bögen nach, die vera in großer sanftheit an diesen abend auf meinen geistigen horizont warf. als sie uns, das publikum, mit dem letzten ereignis auf der bühne wieder voll und ganz auf die erde entlies -mit einem text von ihr selbst, der in worte fasst das schwer greifbare an diesem abend:

noch
ohne fuss
trat
ich den weg an

ins sichtbare

sterne wurden augen
die sonne mein herz
wärme schlug blut

aufrichtung
nach unten

ins ich.

vera koppehels "der sechste tag" ist eine meditation, ist künstlerischer ausdruck und eröffnung eines geistigen raumes, der mich für den abend gemeinsam mit anderen in die freiheit vom hin-und-her-geschubse, vom druck aller art, vom spielfeld des materiellen, führt. deswegen ist "der sechste tag" zeitgenössisch, weil dieses stück freilässt.

Donnerstag, September 28, 2006

Michael-Imagination

Auf der Website von Radio-Anthroposophie.ch können wir heute den Spruch der Michael-Imagination in handschriftlicher Form von Rudolf Steiner ( 28.September 1924) lesen und verinnerlichen.
Stina Frisell hat den Entwurf in GA 40 (1924) dazu gefunden und möchte ihn auch erneut in die Welt stellen:

Sonnenmächtige, ihr die leuchtenden
Kräfte, die ihr Welten begnadet,
Wallende wellende Hülle wird euer Licht
Hülle Michaels, des Menschentragenden.

So erscheint er, der Christusbote,
Künden mit ernstem Willen
Wird er die neue die helle Zeit
Als die Zeit des Geistesmenschen-Waltens.

Ihr, der Geist-Erkenntnis Schüler
Nehmt in eure Herzen seinen Willen -
Seht sein Weisen zu Christus
Der da strebet in euerer Seelen Wohnung.